Die Spono Eagles gewinnen das erste Derby der Saison gegen den LK Zug klar mit 32:24. Für Flügelspielerin Nives Egli ist es die Rückkehr an ihre alte Wirkungsstätte.

«Ich wollte keine grosse Sache draus machen, komisch aber war es schon. Ich zog mich in der Gäste­garderobe um und spielte auf der anderen Seite.» Für Nives Egli war die Partie am Samstag in der SPZ-Halle eine besondere. Erstmals überhaupt in ihrer Karriere lief die 21-jährige Oberkircherin an ihrer alten Wirkungsstätte nicht mehr im Dress der Nottwilerinnen auf. Seit dem Wechsel im letzten Sommer spielt sie beim LK Zug, beim Derbyrivalen. «Als das Spiel dann los ging, war ich nicht mega nervös, es ging recht gut. Schliesslich habe ich ja jeweils auch im Training gegen meine ehemaligen Teamkolleginnen gespielt.» Mit ihrer Leistung allerdings war sie nicht zufrieden, aus drei Versuchen traf die rechte Flügelspielerin nur einmal ins Tor. Generell verlief das erste Derby der Saison nicht nach dem Gusto der Zugerinnen – am Ende resultierte eine klar 24:32-Niederlage. «Wir kassierten zu viele Gegentore, um zu gewinnen. Wir waren in der Deckung zu wenig aggressiv, haben phasenweise nur zugeschaut», resümierte Egli.

Die Startviertelstunde verlief zwar ausgeglichen (5:5), doch dann erlitt das Spiel des LKZ einen ersten Bruch. Die Nottwilerinnen, bei denen Lisa Frey zum zweiten Mal nach ihrer langen Verletzungspause für die Verwertung der Penaltys auf den Platz kam, gingen mit einer 13:9-Führung in die Pause. Nach dem Seitenwechsel bäumte sich Zug zwar nochmals auf, kam auf einen Treffer heran (44./19:18). In der Schlussphase funktionierte aber nicht mehr viel. «Vielleicht ging uns etwas die Kraft aus, wir hatten weniger Möglichkeiten, um zu wechseln», nahm Egli Bezug auf die verletzungsbedingten Absenzen von Catherine Csebits und Shanice Kägi. Letztlich sei die Niederlage gewiss zu hoch ausgefallen.

«Ich kann jetzt in zwei verschiedenen Hallen Heimspiele austragen»

Nives Egli | Neuzugang LK Zug

Nach dem Kräftemessen war es dann wieder so, als wäre sie noch immer ein Teil der Spono Eagles. Nives Egli unterhielt sich mit den Spielerinnen und ging auch auf die Tribüne, um sich mit den Fans auszutauschen. «Ich kann jetzt in zwei verschiedenen Hallen Heimspiele austragen», sagte sie lächelnd. Und was entgegnet sie jeweils auf die Frage, weshalb sie ihren Stammklub verlassen hat? «Ein Grund war der lange Anfahrtsweg von Zürich», erklärt Egli, die an der ETH Gesundheitswissenschaften und Technologie studiert, unter der Woche in einer WG lebt und daher fürs Training Zug schneller erreicht als Nottwil. Der zweite Grund ist jener, dass sie mit Nottwil-Trainer Urs Mühlethaler «nicht ganz auf der gleichen Wellenlänge» gewesen sei. In der vergangenen Spielzeit waren ihre Einsatzzeiten kürzer geworden. Ihre rund dreimonatigen Sprachaufenthalte in Valencia und Vancouver jeweils im Sommer zwischen zwei Saisons führten dazu, dass sie einen grossen Teil der Vorbereitung verpasst hatte. «Ich fand nicht mehr richtig rein. Irgendwann war ich dann auch nicht mehr so motiviert.»

Hinter Nottwil und Brühl in Lauerstellung

In Zug ist die 21-fache Nationalspielerin herzlich aufgenommen worden. Ihre Stärken im Gegenstoss und am Flügel kamen am Samstag für einmal zwar nicht zur Geltung. Läuft aber alles nach Plan, wird sie dem neuen Verein mit ihrer Schnelligkeit und der Abschlussstärke noch viel Freude bereiten. In Zug erhält die 1,71 Meter grosse Linkshänderin darüber hinaus mehr Verantwortung in der Defensive, im 3:2:1-System deckt sie auf der leicht vorgestellten Zweier-Position. In den kommenden Wochen und Monaten hofft sie nun auf eine positive Entwicklung in einer Mannschaft, die wieder einige gewichtige Abgänge zu kompensieren hat. Hinter Nottwil und Brühl steht man wie schon letzte Saison in Lauerstellung, «wir können unverfroren auftreten, wollen etwas aufbauen und für Überraschungen sorgen». Irgendwann möchte sie mit dem LKZ aber auch Titel holen. So, wie es ihr in Nottwil mit einer Meisterschaft und einem Cupsieg zweimal gelungen ist.

Stephan Santschi | Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!