Der LK Zug hat in personeller Hinsicht Änderungen auf die neue Saison hin erfahren. Neu im SPL1-Team ist unter anderen Nives Egli (21). Die Flügelspielerin wechselte vom Konkurrenten Spono Eagles an den Zugersee und will die Ex-Kolleginnen ärgern.

«Der Entscheid, die Spono Eagles zu verlassen, ist mir nicht leichtgefallen – ein schwieriger Moment», zeigt sich Nives Egli beim Treffen mit unserer Zeitung an den Ufern des Sempachersees emotional und bewegt. Ihre Aussage ist verständlich. Seit der Kindheit spielte die 171 Zentimeter grosse und 62 Kilogramm schwere Egli für den am Sempachersee beheimateten Traditionsverein. «Wer als Mädchen in Nottwil aufwuchs, spielte einfach Handball. Das war die beliebteste Sportart bei uns, während die Jungs beim FC Nottwil dem Fussball hinterherrannten», erinnert sie sich.

Seit der zweiten Primarklasse geht die ETH-Studentin mit Fachrichtung Gesundheitswissenschaften und Technologie dem Handballsport nach. «Ich war einmal in einem Schnuppertraining bei Spono Nottwil, wie der Verein früher noch hiess. Es hat mich auf Anhieb gepackt, und Handball ist bis heute wichtiger Lebensinhalt geblieben», sagt sie. Egli gehörte in den Folgejahren den Nachwuchs-Nationalmannschaften der U16 (6 Treffer), U18 (62) und U20 (24) an und absolvierte 21 Partien für die A-Frauen-Nationalmannschaft (17). «Das waren schöne Momente, die Auftritte mit der Nationalmannschaft, verbunden mit den internationalen Vergleichen. Ich konnte wichtige Erfahrungen sammeln und viel profitieren.» Eine Rückkehr ins Nationalteam ist für die erst 21-jährige Egli jetzt kein Thema mehr. «Ich wurde kürzlich angefragt. Ich will aber nicht mehr in die Nationalmannschaft. Der Fokus liegt nun auf dem LKZ.»

«Ich will nicht mehr in die Nationalmannschaft.»

Nives Egli | Flügelspielern LKZ

Nicht zum Spass im LK Zug

Was nimmt Egli an Erfolgen mit an den Zugersee? «Sicher die beiden Titelgewinne im Cup und der Meisterschaft. Das sind Momente, die du als Spielerin nicht vergisst. Auch deshalb, weil ich das als sehr junge Spielerin miterleben durfte.» 2013 wurde Egli im zarten Alter von 17 Jahren Cupsiegerin, 2016 feierte sie den Meistertitel. Aus Plausch und Vergnügen hat die rechte Flügelspielerin nicht zum Ligakonkurrenten LK Zug gewechselt. Sie will an die erfolgreichen Zeiten anknüpfen. «Wenn du bei einem der drei Topteams der SPL1 engagiert bist, kannst du nur ein Ziel verfolgen – Meister und/oder Cupsieger werden», sagt die Nottwilerin selbstbewusst. Im Supercup vom vergangenen Wochenende hat das nicht geklappt. Die Zugerinnen unterlagen Brühl 31:35. Klar ist, dass sich auch in der bevorstehenden Meisterschaft wiederum der amtierende Meister und Cupsieger Brühl sowie Zug und die Spono Eagles um die beiden Titel streiten werden. «Dieses Trio bleibt das Mass der Dinge in der SPL1», weiss Egli. Sie ist eine von sechs Zuzügen der Zugerinnen, fünf Spielerinnen haben das Team verlassen.

Wie ist eigentlich Eglis Kontakt zum LKZ entstanden? «Den Trainer Damian Gwerder kenne ich aus Zeiten bei der Nationalmannschaft. Gegen Ende der letzten Saison hat Co-Trainer Peter Stutz dann Kontakt mit mir aufgenommen, und ich entschied mich zu diesem Schritt. Ich wurde von den Mitspielerinnen sehr herzlich aufgenommen und fühlte mich gleich sehr wohl.» Wo liegen die grössten Unterschiede zwischen diesen beiden Vereinen? Egli hat bislang nur Gemeinsamkeiten ausgemacht: «Spono und Zug sind sehr professionell aufgestellt. Beide haben eine super Infrastruktur, sind handballbegeistert und haben sehr gute Nachwuchsabteilungen und Trainer. Zudem hat auch Zug einen See, so muss ich auch darauf nicht verzichten.»

Kein Verständnis für den Finalmodus

Egli hat auch schon sportliche Enttäuschungen erlebt. «Frustrierend waren die Playoff-Final-Niederlagen gegen Zug in den Jahren 2014 und 2015.» Auch die Niederlage im Final von 2012 gegen Brühl waren eine Enttäuschung: «Diese Serie ging damals über fünf Duelle. Wir verloren das alles entscheidende Duell vor 1500 Fans in der Kreuzbleiche mit 23:27. Das war ein sehr schwieriger Augenblick für mich, da wir uns mit den Ostschweizerinnen in dieser Serie auf Augenhöhe duelliert hatten.» Unbegreiflich für Egli ist, dass der Playoff-Final seit einigen Jahren im Best-of-3-Modus gespielt wird. «Wir bereiten uns über Wochen und Monate auf diesen Saisonhöhepunkt vor und freuen uns auf diese Serie. Erwischst du ein schlechtes Spiel, stehst du mit einem Bein bereits im Abseits. Eine Serie Best of 5 ist für die Spielerinnen und die Fans sicher attraktiver.»

Egli, die in einer Studenten-Wohngemeinschaft in der Stadt Zürich und zwischendurch bei ihren Eltern in Oberkirch lebt, brennt auf die neue Herausforderung. Vor ihrer siebten Saison in der höchsten Liga sagt sie: «Wir haben ein sehr junges Team und einige Routiniers. Ich bin guten Mutes, dass wir erfolgreich sein werden. Der Wille ist spürbar, und der Teamgeist ist super.»

Michael Wyss | Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!