Der LK Zug verliert das erste Playoff-Finalspiel auswärts gegen Brühl St. Gallen 26:34. Damit steht die Equipe von Trainer Damian Gwerder morgen Abend (19:30) im Heimspiel unter Erfolgszwang.

Das erste Spiel der Best-of-Three-Serie zwischen dem Finalrundensieger Brühl und dem LK Zug (Rang 2) war 45 Minuten lang die erwartet knappe und ausgeglichene Angelegenheit. In den fünf Vergleichen der beiden Teams vor dem Playoff-Final hatten die St. Gallerinnen drei, die Zugerinnen zwei Partien zu ihren Gunsten entschieden – dies bei einem Torverhältnis von 144:143 zu Gunsten der Zentralschweizerinnen.

In der Neuauflage des Playoff-Finals von 2013 – damals holte der LK Zug den Titel – setzte sich gestern Nachmittag am Ende das reifere, letztlich auch glücklichere Team durch. «Als wir in der Schlussphase deckungsmässig nachliessen und offensiv unsere Chancen nicht mehr nutzten, zeichnete sich unsere Niederlage immer mehr ab», stellte der Zuger Trainer Damian Gwerder nach dem Spiel fest.

«Als wir in der Schlussphase deckungsmässig nachliessen und offensiv unsere Chancen nicht mehr nutzten, zeichnete sich unsere Niederlage immer mehr ab»

Damian Gwerder | Trainer LK Zug Handball

Kathryn Fudge mit viel Selbstvertrauen

Lange hatte es aber nicht nach einem überlegenen Erfolg des Rekordmeisters ausgesehen. Es bedurfte schon einer erstklassigen Leistung mit acht Treffern aus nur elf Abschlüssen von Kathryn Fudge, damit die Ostschweizerinnen im Spiel blieben und nie mehr als mit einem Tor ins Hintertreffen gerieten. «Ich bin mit sehr viel Selbstvertrauen ins Spiel gestiegen. Die Freude auf diesen Final war bei mir riesengross. Darauf haben wir die ganze Saison hingearbeitet – also muss auch die Leistung stimmen.»

Die erhoffte Höchstleistung vermochten nicht alle ihre Teamkolleginnen abzurufen. Dies kam den Zugerinnen entgegen. Aus einer offenen Deckung heraus gelangen dem Gast aus der Zentralschweiz immer dann erfolgreiche Angriffe und Abschlüsse, wenn sie mit viel Tempo und Druck den Weg in Richtung gegnerisches Tor suchten. Diesen Druck vermochte insbesondere Daphne Gautschi zu erzeugen. Sie war etwa im Gegensatz zur verhalten und phasenweise auch etwas unglücklich agierenden Topskorerin Sibylle Scherer für die St. Gallerinnen stets ein unberechenbarer Gefahrenherd.
Die Zugerinnen, die offensiv immer dann erfolgreich agierten, wenn sie ihr schnelles und druckvolles Spiel in die Tiefe inszenierten, bauten nach dem 21:21 (45.) immer mehr ab. Wohl stellten sie die Brühlerinnen mit ihrer offensiv ausgelegten Verteidigungsarbeit immer noch vor Probleme, doch liess die Chancenauswertung immer mehr Wünsche offen. «Schliesslich waren wir auch mental nicht mehr in der Lage, um reagieren zu können», stellte die mit sechs Treffern erfolgreichste Zuger Torschützin Daphne Gautschi fest.

So steigerte sich Brühl in der Schlussphase mit einer starken Kollektivleistung in einen eigentlichen Spielrausch. Nun passten die defensiven Abstimmungen, und im Angriff fanden die Bälle in seltener Leichtigkeit den Weg ins gegnerische Tor. Zug hatte sich aufgegeben, wirkte nicht mehr so konsequent und sicher. Und auch Torhüterin Marion Betschart fand nicht mehr zur Leistung der ersten Halbzeit. So war der Sieg mit acht Toren Unterschied von LC Bühl am Ende das Spiegelbild der spielerischen Leistungskurve der Partie.
Doch schon morgen Abend beim zweiten Playoff-Finalspiel in der Zuger Sporthalle haben die acht Treffer Differenz keine Bedeutung mehr. Am Ende zählt für den LK Zug nur der Sieg und nicht dessen Deutlichkeit, um ein drittes Spiel am kommenden Sonntag in St. Gallen zu erzwingen.

Fritz Bischoff | Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!


Frauen, SPL1

Playoff-Final (best of 3). 1. Runde: Brühl St. Gallen – LK Zug 34:26 (13:13). – 2. Runde. Dienstag: LK Zug – Brühl St. Gallen (19.30, Sporthalle). – 3. Runde (eventuell). Sonntag: Brühl St. Gallen – LK Zug (15.00, Kreuzbleiche).
Brühl St. Gallen – LK Zug 34:26 (13:13)
Kreuzbleiche. – 800 Zuschauer – SR Castineiras/Zwahlen. – Strafen: 3-mal 2 Minuten gegen Brühl; 1-mal 2 Minuten gegen Zug.
Brühl St. Gallen: Dokovic/Fabia Schlachter (für 2 Penaltys); Özcelik (3), Goricanec (3), Mustafoska (2/1), Dokovic, Rebecca Kündig (2), Wenger (1), Fink (1), Fudge (8), Marina Schlachter, Oberli (1), Haag (6), Murer (3), Kerstin Kündig (4).
LK Zug: Marion Betschart/Stocker (48.–54.); Traber (5), Scherer (5), Müller, Gautschi (6), Stutz, Daria Betschart, Javet (1), Estermann (2), Masset (2), Gwerder, Kägi, Smitran (5).
Bemerkung: Verhältnis verschossener Penaltys 1:0.

Frauen, SPL2/SPL1
Auf-/Abstieg-Playoff SPL2/SPL1 (best of 3).
1. Runde: Stans – Herzogenbuchsee 21:24; Stand 0:1
2. Runde. Mittwoch: Herzogenbuchsee – Stans (20.00, Mittelholz)
3.Runde (eventuell). Samstag: Stans – Herzogenbuchsee (17.00, Eichli).