Die Saison ist früher als erwartet zu Ende für den LK Zug. Für die beiden langjährigen Teamstützen Lynn Schwander (28) und Ariane Geissmann (29) ist das gleichbedeutend mit dem Ende ihrer Laufbahn.

Michael Wyss - Der LK Zug hat in der laufenden Saison enttäuscht und die Titelverteidigungen in der Meisterschaft und im Cup klar verpasst. Die Vorbereitungen für die kommende Spielzeit sind im Gang. Die Ausgabe 2016/17 wird ein jüngeres Gesicht haben. Das steht fest. Noch sind die Zuzüge des SPL1-Teams nicht bekannt. Fix sind aber die Abgänge durch drei erfahrene Spielerinnen.

Nebst Annina Ganz (28, Flügel), die zum Ligakonkurrenten Rotweiss Thun wechselt, werden auch die langjährigen Teamstützen Lynn Schwander (28, Rückraum) und Ariane Geissmann (29, Kreis) nicht mehr beim LKZ spielen. Die beiden, die auch der Schweizer Nationalmannschaft angehörten, erklärten auf die Saison hin ihren Rücktritt. Beide Spielerinnen blicken hier auf ihre Karriere und die Zeit beim LK Zug zurück.

Was bedeutet ihnen Handball?

Lynn Schwander: Dieser Sport hat mir sehr viel gegeben. Es war eine sehr wichtige Erfahrung für mein bisheriges Leben. Ich habe mich positiv weiterentwickelt, lernte Verantwortung zu übernehmen und musste in einem Team mit den verschiedenen Charakteren funktionieren. Wir haben viele Spiele gewonnen, mussten aber auch das Verlieren lernen. Die Zeit war eine Lebensschule für mich. Der Entscheid damals, mit dem Handball zu beginnen, war richtig. Ich würde es wieder so machen.

Ariane Geissmann: Ich spielte seit meinem neunten Lebensjahr Handball, welcher mein Leben bis heute stark prägte. Er war Teil meines Lebens, wichtiger Lebensinhalt. Auch mein Engagement bei ausländischen Vereinen, wo ich den Handball zwischenzeitlich sogar zum Beruf machen konnte, war speziell. Ich möchte nichts missen. Ich habe in dieser Zeit auch viele wertvolle Menschen kennen lernen dürfen.

Wer war der beste Trainer?

Schwander: Diese Frage kann ich so nicht beantworten. Jeder Trainer, den ich hatte, war für meine Entwicklung sehr wichtig. Sie alle haben mich geprägt. Ich hatte im Nachwuchs wie auch im späteren aktiven Bereich immer sehr gute Trainer. Sie alle haben ihren Teil dazu beigetragen, dass ich es so weit nach oben schaffte.

Geissmann: In meiner Jugend war Rolf Leuenberger der Trainer, der mich top gefördert und immer an mein Talent geglaubt hatte. Er wollte immer, dass ich auf dem höchstmöglichen Niveau trainiere und spiele. Ohne ihn hätte ich es wohl nicht an die Spitze geschafft. Im Ausland konnte ich von den professionellen Strukturen, die für den Handball geschaffen wurden, sicher viel profitieren. Zuletzt in Zug war es der mentale Bereich, den ich weiterentwickeln konnte.

Was bleibt in Erinnerung?

Schwander: Die Meistertitel und Cupsieg-Erfolge mit dem LK Zug waren schon ganz wichtige Highlights. Momente, die dir ein ganzes Leben lang bleiben. Speziell war die Saison 2013/14 mit dem erstmaligen Gewinn des Doubles. Im Playoff-Final besiegten wir die Spono Eagles und im Cup-Halbfinal eliminierten wir sie ebenfalls. Das war unbeschreiblich. Für diese Augenblicke arbeitest du auch hart, um das eines Tages auch erleben zu können. Toll waren auch die Europacup-Einsätze.

Geissmann: Der Double-Gewinn mit dem LKZ in der Saison 2014/15 bleibt einer meiner schönsten Momente. Das war eine ganz starke Saison von uns. Auch die Saison 2005/06 bleibt in Erinnerung. Damals schafften wir als Aussenseiter die ganz grosse Überraschung. Wir erreichten den Playoff-Final und erzwangen als Underdog gegen Spono ein drittes Spiel, das wir aber klar verloren. Im zweiten Finalspiel durfte ich in der Sporthalle sogar dem Schweizer Fernsehen ein Interview geben, das im «Sportaktuell» ausgestrahlt wurde. Als damals 18-Jährige war das für mich das Höchste aller Gefühle. Auch die Auslandzeit (Geissmann spielte in Dänemark, Slowenien und Deutschland, Anm. d. Red.) oder die Einsätze mit der Nationalmannschaft rufe ich natürlich immer wieder ab.

Was zeichnet das gegenüber aus?

Schwander: Ariane war für mich nach ihrer Rückkehr zum LK Zug eine wichtige Teamstütze. Als ich nach Zug wechselte, war sie bereits im Team, und nun hören wir gemeinsam auf. Jetzt schliesst sich also dieser Kreis. Sie ist eine Topspielerin, für mich aktuell das Beste, was der Handball im Land zu bieten hat. Ariane ist zielstrebig, diszipliniert, verbindet Athletik und Spielintelligenz perfekt miteinander. Aber auch neben dem Platz war sie sehr wichtig für die Mannschaft. Ich erlebe sie als ehrlich und gradlinig. Sie ist Vorbild und Respektsperson. Einfach auch ein toller Mensch, sehr locker und immer wieder für einen Spass zu haben. Wir durften uns glücklich schätzen, Ariane im Team zu haben.

Geissmann: Lynn wurde für mich in den letzten Jahren zu einer der ganz wichtigen Personen beim LKZ, auch neben dem Feld, als Freundin. Ich erlebe sie ehrlich und direkt, sie imponiert mir mit ihrer grossen Erfahrung im Umgang mit Menschen. Sie hat einen tollen Humor und ich kann über ihre schlagfertigen Kommentare immer wieder lachen. Sie schafft es, die Leute um sich positiv in ihren Bann zu ziehen. Sie war Motivator, Teamplayer und Vorbild für viele. Der Respekt war immer da. Wenn wir uns zwischendurch mal die Meinung sagen mussten, konnten wir nachher darüber lachen.