Die amtierende Mobiliar Topscorerin Sibylle Scherer will auch in der Nationalmannschaft mit Toren glänzen. Vor den EM-Qualifikationsspielen gegen Island spricht die Rückraumspielerin von Doublegewinner LK Zug über den kommenden Gegner, die Organisation von Zusammenzügen für Berufstätige und die Tatsache, dass ihr Vereinstrainer Damian Gwerder auch im Stab der Nationalmannschaft mit dabei ist.

Handballworld: Sibylle, in gut einer Woche stehen 2 EM-Qualifikationsspiele gegen Island an. Was erwartest du von den beiden Spielen und wie schätzt du die Isländerinnen ein?

Sibylle Scherer: Wir haben vor gar nicht allzu langer Zeit schon gegen Island gespielt und die Spiele waren sehr umkämpft, deshalb erwarte ich zwei enge Spiele. Island ist aber sicher der Gegner in unserer Gruppe gegen den wir am Ehesten was holen können.

Handballworld: Welche Auswirkungen auf den Beruf und das Private hat das Engagement für die Nati, wenn man mal so einfach nach Island fliegt, um ein Handballspiel zu spielen?

Sibylle Scherer: Es ist durchaus schwierig, braucht viel Flexibilität und einiges an Organisation. Wenn wir wie jetzt eine Woche zusammen sind, dann braucht es schon einen flexiblen Arbeitgeber. Für mich als Primarlehrerin ist das nicht immer zu realisieren, weshalb ich bei dem ein oder anderen Lehrgang auch schon mal passen musste.

Handballworld: Was möchtest du mit Nati mal erreichen?

Sibylle Scherer: Ein grosses Ziel von mir ist es, mit der Nationalmannschaft mal eine Endrunde zu erreichen. Klar ist das schwierig, aber wenn wir uns gut weiterentwickeln können wir es schaffen.

Handballworld: Euer letztes Pflichtspiel war im Oktober, ist die Nationalmannschaft in den Monaten ohne Zusammenzug überhaupt ein Thema?

Sibylle Scherer: In der Länderspiel-freien Zeit liegt der Fokus schon eindeutig auf dem Klub. Da ich mich durch meinen Beruf aber immer rechtzeitig um die Organisation rund um den nächsten Lehrgang kümmern muss, habe ich das Thema meist frühzeitig im Hinterkopf.

Handballworld: Dein Vereinstrainer Damian Gwerder ist auch im Trainerstab der Nationalmannschaft. Hilft dir das persönlich bei deinem Auftritt im Nati-Dress?

Sibylle Scherer: Dass Damian mit im Stab ist hat eigentlich wenig Einfluss. Es ist allerdings schon so, dass wir uns schon lange und gut kennen und anders miteinander kommunizieren. Durch den tagtäglichen Austausch haben wir eine direktere Ansprache untereinander und mir fällt es sicher leichter Anmerkungen von ihm direkt umzusetzen, da ich meist genau weiss was er meint.

Handballworld: Mit Zug bist du das Siegen gewöhnt. Mit der Nati geht ihr doch öfters als Verlierer vom Feld. Macht das Spielen für die Nati überhaupt so richtig Spass, wo man als Sportler doch eigentlich am Liebsten immer gewinnen würde?

Sibylle Scherer: Das ist schwer zu vergleichen. Natürlich ist es immer schön zu gewinnen. Aber genauso toll ist es für die Nati auflaufen zu dürfen. Für mich ist es immer eine Ehre das Schweizer Nationaltrikot tragen zu dürfen. Wenn man es realistisch betrachtet spielen wir International mit der Nati nicht in der ersten Reihe, dennoch macht es grossen Spass mit den Mädels gemeinsam die Schweiz zu vertreten.

Danke für deine Zeit und viel Erfolg gegen Island!

Quelle: handballworld.com (Matthias Schlageter)