Michael Wyss - Nina van Polanen hat von Zofingen zum LK Zug gewechselt. Beim Meister mitzuspielen, ist für sie eine Ehre. Und sie hofft dabei auf eine persönliche Premiere.

Vom einstigen Ligakonkurrenten Zofingen wechselte die 19-jährige Nina van Polanen auf diese Saison hin an den Zugersee zum LK Zug. «Ich suchte eine neue Herausforderung. Nach dem Rückzug von Zofingen aus der SPL1 wurde ich mit dem LKZ schnell fündig. Eine Topadresse im Frauenhandball. Hier kann ich mich weiterentwickeln. Die Vorfreude auf den Saisonstart ist riesig», so die Rückraumspielerin mit holländischen Wurzeln (ihre Eltern sind in Holland geboren). Die Schülerin der Kanti Aarau, die in Niederlenz wohnhaft ist, spielte früher bei Lenzburg, Suhr-Aarau und zuletzt in Zofingen Handball. «Dieser Rückzug war eine grosse Enttäuschung für mich. Das hat mich schon gefrustet, dass es in Zofingen kein Handballsport auf diesem Niveau mehr gibt.»

Es bleiben gute Erinnerungen

Das Fanionteam, welches neu in der ersten Liga spielt, wurde vor allem wegen personeller Probleme zurückgezogen. Die Perspektiven für die Zukunft fehlten. «Der Rückzug einerseits, andererseits auch die vielen Verletzungen, die ich zu beklagen hatte, waren sicher ein düsteres Kapitel in meiner Karriere.» Was war ein schöner Moment, der geblieben ist? «Ich stand mit Zofingen in der Saison 2013/14 im Cupfinal gegen den LKZ. Wir haben das Duell klar mit 17:27 verloren, doch ich habe drei Treffer gegen die Zugerinnen erzielt», lachte sie. «Das konnte natürlich damals auch nicht über die Niederlage hinweg trösten.»

Motivation durch die Schwester

Mit der Verpflichtung beim LK Zug hat van Polanen, die auch im erweiterten Kader der A-Nationalmannschaft angehört, nun ihren zwischenzeitlichen Höhepunkt erreicht: «Das Engagement bei den Zugerinnen ist sicher etwas Spezielles für mich. Beim amtierenden Doublesieger (Meister und Cupsieger) zu spielen, erfüllt mich auch mit Stolz. Es ist ein schönes Gefühl.»

Die Liebe zum Handballsport entdeckte sie durch ihre Schwester Lisa, die Handball spielte. Sie hat mich motiviert und mit dem Handballvirus infiziert. Ich war damals elf Jahre alt. Und sie hätte bis heute keinen Augenblick bereut, wie sie betonte: «Dieser Sport gibt mir alles. Er ist dynamisch, schnell und jederzeit spannend. Es kann immer auf beide Seiten kippen, egal, wie der Spielstand steht», weiss van Polanen.

«Ich träume vom Titel»

Die sympathische junge Rückraumspielerin van Polanen, die in der Schweiz aufwuchs, hat in ihrer noch jungen Karriere bisher keine bedeutsamen Erfolge feiern können. «Ich träume vom Titel. Das ist klar. So einen Kübel in die Höhe zu stemmen, wäre schon eine coole Sache. Meister und/oder Cupsieger zu werden, das ist der Wunsch jeder Spielerin, die in der höchsten Liga spielt.» Gut möglich ist, dass das in Erfüllung gehen wird. Der LKZ-Doublesieger der letzten beiden Jahre wird auch in diesem Meisterschaftsbetrieb wieder zum Favoritenkreis gehören. Die weiteren Konkurrenten werden einmal mehr Brühl und Spono sein. Vor allem die Handballerinnen vom Sempachersee werden stärker eingestuft als letztes Jahr, weil sie sich gleich mit vier Nationalmannschaftsspielerinnen verstärkten. Auch Brühl wird nach dem Trainerwechsel (Werner Bösch folgte auf Vroni Keller) stärker erwartet. «Es wäre schön, wenn noch das eine oder andere Team oben mitmischen könnte. Doch ich denke auch, dass das obgenannte Trio letztendlich wieder um die beiden Titel mitreden wird», glaubt van Polanen, die in ihrer Freizeit viel kocht, Sport allgemein macht und mit Kolleginnen gerne «Käfele» geht.

«Ehrgeizig und teamfähig»

Gibt es auch Menschen, die Sie bewundern? «Ja ich ziehe den Hut vor denjenigen Menschen, denen es nicht so gut geht, die wenig zu leben haben und trotzdem versuchen, mit einem Lächeln und einer positiven Haltung unterwegs zu sein. Diese Personen imponieren mir. Sie versuchen, das Beste aus jeder Situation zu machen. Hier können viele eine Scheibe davon abschneiden.» Wie würde sich van Polanen beschreiben? Was ist typisch für sie? «Ehrgeizig, teamfähig, hilfsbereit, chaotisch und vergesslich. Manchmal bin ich ein so richtig kleines Huhn», schmunzelt sie.

Am Mittwoch startet der LKZ gegen den ATV/KV Basel in die SPL1-Meisterschaft. Wie wichtig ist es, mit einem Erfolgserlebnis zu starten? «Entscheidend für den weiteren Verlauf der Meisterschaft ist der Ausgang dieses Duells sicher nicht. Doch es ist immer von Vorteil, wenn du mit einem Sieg starten kannst, das ist klar. Das ist wichtig für das Selbstvertrauen. Ein Erfolg morgen Mittwoch erwarten unsere Fans auch von uns. Wir werden sie bestimmt nicht enttäuschen.» Das Trainerduo Damian Gwerder und Peter Stutz werden die richtigen Worte finden.

Die richtige Stimulans

Erfreut hat der LKZ seine Anhängerschaft bereits am Sonntag beim erstmalig durchgeführten Supercup im Hallenstadion in Zürich. Das Endspiel gewann der LKZ gegen den Ligakonkurrenten Rotweiss-Thun mit 35:31 (19:12) vor rund 1700 Zuschauerinnen und Zuschauern.

Quelle: Zuger Zeitung vom 08.09.2015