Die Handballerinnen des LK Zug gastieren am Sonntag in Thun (16.00, Gotthelf-Halle). Bei einem Sieg beträgt der Vorsprung auf die Berner Oberländerinnen bereits sieben Punkte. Das könnte – trotz noch zehn ausstehenden Partien – durchaus eine Vorentscheidung hinsichtlich der Qualifikation für den Playoff-Final sein. In der zweitletzten Runde des Hauptdurchgangs gewannen die Zugerinnen das letzte Aufeinandertreffen mit Thun klar (31:24). Es ist die 40. der beiden Equipen seit der Erfassung dieser Statistik. Der LKZ gewann 33 Mal und verlor lediglich 4 Mal. (bier)
 
SPL1-Finalrunde. Rangliste (alle 15 Spiele): 1. Zug 26 Punkte (525:385 Tore). 2. Brühl St. Gallen 26 (457:366). 3. Rotweiss Thun 21. 4. Spono Nottwil 15.

Der LK Zug ist mit einem 32:29-Sieg beim Leader Brühl in die SPL1-Finalrunde gestartet. Das Team von Trainer Christoph Sahli (34) konnte einen überzeugenden Auftritt abliefern.

Auch die 400 Fans in der Halle der Kreuzbleiche konnten das Team aus Zug nicht verunsichern oder einschüchtern. Der LK Zug zeigte sich beim ersten Gastspiel und zu Beginn der Finalrunde mental stark und gewillt, in der Ostschweiz beim Rekordmeister den Sieg zu holen. Und dies gelang dem LKZ auch verdientermassen: Mit 32:29 gewannen die Zentralschweizerinnen und sicherten sich wichtige Big Points im Kampf um den Playoff-Final (Top 2). Erfolgreichste Werferin im Spiel war Zugs Sibylle Scherer mit 11 Treffern.

Bereits zur Pause lag der Gast aus Zug mit vier Toren Differenz in Führung (18:14). Trainer Christoph Sahli: «Wir freuen uns über den Startsieg. Damit wurde aber nur ein kleiner Schritt gemacht. Wir müssen uns weiter steigern und am Gameplan festhalten. Wir haben sicher noch Luft nach oben. Die Finalrunde ist noch lang, doch der Auftakt macht mich zuversichtlich und hat mir gezeigt, was mit dieser Equipe möglich ist.» Die 27-jährige Scherer (Rückraum) sprach nach der Schlusssirene die Konstanz an: «Wir hatten viele Hochs und Tiefs im Spiel. Es fehlte etwas die Ruhe und Abgeklärtheit in einigen Phasen. Doch wir sind auf dem richtigen Weg.» Von einem klareren Ausgang sprach Zugs Routinier Jacqueline Hasler-Petrig (31, Rückraum). «Hätten wir unser Spiel 60 Minuten konsequent durchgezogen, wäre der Sieg höher ausgefallen. Dass wir Leader sind, ist super. Diesen Platz geben wir nicht mehr ab.»

«Diesen Platz geben wir nicht mehr ab.»

Jacqueline Hasler-Petrig | Rückraumspielerin LK Zug Handball

Dank dem Sieg überholten die Zugerinnen die Brühlerinnen in der Tabelle. Der LKZ steht mit den Ostschweizerinnen, allerdings nur dank des besseren Torverhältnisses, auf Rang 1 (je 26 Punkte). Erster und vermutlich auch einziger Verfolger ist Rotweiss Thun mit 21 Zählern. Die Berner Oberländerinnen besiegten die Spono Eagles mit 26:25. Damit verabschiedeten sich die Nottwilerinnen ziemlich sicher vom Titelrennen. Ihre Hypothek auf das führende Duo beträgt bereits 11 Punkte. Momentan kämpft die Sahli-Equipe mit Brühl und Rotweiss Thun um die beiden Playoff-Finaltickets.

«Die gezeigte Leistung weiter bestätigen»

Am nächsten Sonntag (16 Uhr, Gotthelf Thun) steht ein weiteres wichtiges Spiel für den LKZ auf dem Programm. Zug gastiert beim grössten Mitkonkurrenten um den Playoff-Final Rotweiss Thun. Mit einem weiteren Erfolg, sprich dem Gewinn von zwei Zählern im Berner Oberland, könnte man einen weiteren Schritt Richtung Final machen. Hasler-Petrig: «Wir haben uns eine sehr gute Ausgangslage verschafft mit dem Auftaktsieg in der Ostschweiz. Nun wollen wir auch im zweiten Spiel in der Fremde siegen und die gezeigte Leistung in Brühl bestätigen.»

Brühl – Zug 29:32 (14:18)

Kreuzbleiche. – 400 Zuschauer. – SR Zwahlen, Castineiras. – Strafen: 2-mal 2 Minuten gegen Brühl; 3-mal 2 Minuten gegen Zug. – Zug: Ort/Kaiser; Traber (1), Tschamper (3/3), Hasler (3), Scherer (11/5), Cavallari (3), Pavic (3), Stutz, Daria Betschart, Javet (2), Kähr (4), Estermann (1), Hess (1).

– Finalrunde SPL1, Rangliste: 1. LK Zug 26 (525:385). 2. Brühl 26 (457:366). 3. Rotweiss Thun 21 (441:358). 4. Spono Eagles 15 (434:395).

Am Samstag um 17.30 Uhr spielt das SPL1-Team des LK Zug auswärts in der Halle Kreuzbleiche gegen den LC Brühl. Das Heimteam aus St. Gallen ist der noch einzige Gegner, gegen den der LKZ in der laufenden Meisterschaft noch nicht gewinnen konnte. Die 12 Partien dauernde Finalrunde bietet in diesem Jahr einiges an Spannung und so streben die Teams natürlich auch einen erfolgreichen Auftakt an. Der LK Zug hat nach dem Cup-Aus einen Steigerungslauf hingelegt und die Hauptrunde mit Siegen gegen Spono, Yellow und Thun abgeschlossen. Gerade die Leistung aus der ersten Halbzeit gegen Rotweiss Thun bereitete Freude und macht Lust auf mehr. Um gegen den LC Brühl gewinnen zu können, müssen die Zugerinnen in der Defensive einen guten Tag erwischen und dürfen dem Heimteam keine einfachen Tore zugestehen. Kommt dann im Angriff die nötige Abgeklärtheit dazu, kann der LKZ auch gegen den LCB gewinnen.

(handball.ch) Die 16 besten Frauenmannschaften der Schweiz starten am kommenden Wochenende in die zweite Phase der Meisterschaft. Die SPAR Premium League teilt sich hierfür in drei Teile auf. An der Spitze kämpfen die altbekannten Branchenführer Brühl, Zug, Spono und Thun um den Meistertitel.


SPL1 Finalrunde

Die vier dominierenden Clubs der jüngeren Vergangenheit haben sich auch in dieser Saison durchgesetzt. Rekordmeister LC Brühl Handball, der LK Zug, Rotweiss Thun und Titelverteidiger Spono Eagles stehen in der SPL1 Finalrunde. Innert zwölf Spieltagen (je 2 Heim- und 2 Auswärtsspiele gegen alle Gegner) wird bestimmt, welche beiden Mannschaften sich für die abschliessende Playoff-Finalserie qualifizieren. Die Punkte (und Tore) aus der Hauptrunde werden in die zweite Phase der Meisterschaft mitgenommen.

Der LC Brühl startet von Rang 1 aus in die Finalrunde. Die St. Gallerinnen sind trotz Trainerwechsel und grossen Verletzungssorgen bislang ohne Niederlage (bei zwei Unentschieden) durch die Saison gekommen. Dass der 31. Titel für den Rekordmeister aber kein Selbstläufer wird, ist den Brühlerinnen spätestens seit dem Aus im Cup vergangene Woche in Nottwil sicher.

Schärfster Verfolger von Leader Brühl ist der LK Zug. Die Innerschweizerinnen waren in zwölf von 14 Spielen siegreich - einzig gegen Brühl setzte es zwei Niederlagen. Das Prunkstück der Zugerinnen ist die Offensive. Mit 493 Toren hat Zug 65 Treffer mehr erzielt als das nächstbeste Team.

Ein weiterer Schritt nach Vorne ist Rotweiss Thun gelungen. Der Abo-Vierte der Vorjahre hat in der laufenden Saison die Phalanx der Top 3 durchbrochen. Nach einem perfekten Saisonstart schwächelte Rotweiss zuletzt ein wenig. Aber angeführt von den Schlüsselspielerinnen Lucia Weibelova, Laura Rotondo und Noëlle Frey ist mit Thun zu rechnen.

Bei den Spono Eagles war während der Hauptrunde mächtig Sand im Getriebe. Der Titelverteidiger war personell arg gebeutelt und rutschte zeitweise gar unter den Trennstrich, was auch ein Grund für den Trainerwechsel war. Mit Siegen über Zug und Brühl im Cup machten die Eagles zuletzt aber deutlich, dass sie noch nicht abgeschrieben werden dürfen.

 

SPL1/2 Auf-/Abstiegsrunde

Bei null startet der Zusammenschluss von vier SPL1-Teams und zwei Mannschaften aus der SPL2. Ohne die Punkte (und Tore) aus der Hauptrunde gilt es sich in zehn Partien (je 1 Heim- und 1 Auswärtsspiel gegen alle Gegner) neu zu beweisen und einen der ersten vier Ränge zu erreichen, um in der kommenden Saison in der SPL1 an den Start gehen zu dürfen. Die Teams auf Rang 5 und 6 spielen in der nächsten Spielzeit in der SPL2.

Gemessen an den Leistungen aus der Hauptrunde geht GC Amicitia Zürich als Favorit in die zweite Phase der Meisterschaft. GC Amicitia holte in 14 Spielen elf Zähler und punktete damit in der ersten Phase der Saison deutlich besser als die Konkurrenz. Zürich ist aber auch gewarnt: Im Vorjahr startete Kreuzlingen als Hauptrunden-Fünfter in die Auf-/Abstiegsrunde und stieg dennoch ab.

Auf seine Heimstärke setzt Yellow Winterthur. Die Frauen aus der Eulachstadt gewannen in der Hauptrunde drei ihrer letzten vier Heimspiele, auswärts gab es bei sieben Gastspielen nur einen Sieg. Für Yellow besonders im Fokus: Das Trio Rutqvist, Jugovic und Feller, das gemeinsam für fast Zweidrittel der Tore verantwortlich ist.

Mit Schwung ins neue Jahr ist der HV Herzogenbuchsee gestartet. Drei Punkte aus den letzten drei Spielen deuten auf einen klaren Aufwärtstrend hin. Zeigen die Oberaargauerinnen eine ähnliche Leistungssteigerung wie zur gleichen Zeit im Vorjahr, spricht einiges für den Klassenerhalt.

Steigerungsbedarf hat SPL1-Schlusslicht HSG Leimental. Seit acht Spielen warten die Baselbieterinnen auf ein Erfolgserlebnis. Da hilft es auch nur wenig, dass man die beste Offensive der SPL1-Vertreter in der Auf-/Abstiegsrunde hat, denn im Gegenzug stellt man auch die deutlich schwächste Defensive.

Der HSC Kreuzlingen klopft mit der Visitenkarte der besten Abwehr der SPL2 an die Tür zum Oberhaus. Dazu haben die Frauen von Bodensee mit Katja Sivka, Selina Weidmann und Petra Skoricova drei der Top 10-Torjägerinnen der SPL2 in den eigenen Reihen. Im Vergleich zur letztjährigen Teilnahme an der Auf-/Abstiegsrunde ist das Team stark verjüngt.

Im zweiten Jahr nach dem Abstieg ist der BSV Stans wieder auf dem Weg nach oben. Die Nidwalderinnen sind seit Oktober ungeschlagen und holten in der Hauptrunde auswärts mehr Punkte als zu Hause. Eine Rechnung offen hat Stans noch mit Herzogenbuchsee, das sie 2017 in der Barrage in die SPL2 schickte.

 

SPL2 Abstiegsrunde

Die verbleibenden sechs Mannschaften kämpfen derweil in der SPL2 Abstiegsrunde um den Klassenerhalt. Neben den Zweitvertretungen von Brühl, Zug und Spono sind dies der HC Arbon, der HC Goldach-Rorschach und die SG Yverdon & Crissier.

Joline Tschamper - LKZHandball Die 17-jährige Joline Tschamper kommt beim LK Zug in der SPL1 regelmässig zum Einsatz. Ihr Traum ist eine Karriere im Ausland. Zunächst stehen aber mit den Zugerinnen grosse Ziele bevor.

«Ich bin immer wieder erfreut, wenn ich für die erste Mannschaft aufgeboten werde. Ich bin auch stolz, dass ich mit erst 17 Jahren bereits in der höchsten Liga der Schweiz spielen kann», sagt Joline Tschamper. Die Rückraumspielerin aus Steinhausen ist ein Versprechen für die Zukunft. Sie gehört seit dieser Saison – nebst ihren Einsätzen in der SPL2 – dem SPL1-Kader des LK Zug an.

In der Qualifikation durfte die 1,74 Meter grosse Linkshänderin zwölf Mal für das Fanionteam ran, eine Liga tiefer 14 Mal. «Ich bekomme viel Spielpraxis in beiden Teams, was für mich sehr wichtig ist. So kann ich mich sehr gut weiterentwickeln und Fortschritte erzielen. Ich profitiere eine Menge von einer Jacqueline Hasler-Petrig oder Sibylle Scherer, die für mich auch Vorbilder sind und beim LKZ zu den Teamstützen in der SPL1 gehören.» Ein grosses Idol von ihr ist auch die 22-jährige Russin Anna Vyakhireva, die an der letzten Europameisterschaft in Frankreich wertvollste Spielerin war und wesentlichen Anteil am Gewinn der Silbermedaille hatte. «Sie ist etwas kleiner als ich, aber auch Linkshänderin. Ihre Technik, Schnelligkeit und Spielübersicht faszinieren mich.»

Auch Tschamper, die im Sternzeichen Waage geboren wurde, will hoch hinaus. Um ihre Pläne zu verwirklichen, trainiert sie sehr häufig. Bis zu sieben Einheiten stehen wöchentlich auf dem Programm, dazu gesellen sich ein bis zwei Partien mit den erwähnten Mannschaften. «Mein Leben besteht derzeit aus Schule, Lernen und Handball – viel Zeit für andere Hobbys bleibt nicht», führt die gebürtige Stadtzugerin aus.

Der Trainer ist voll des Lobes

Tschamper bezeichnet sich – auf ihre Rolle als Sportlerin bezogen – als emotional und ehrgeizig. Was sagt Zugs SPL1-Trainer Christoph Sahli (34) über sie? «Sie hat in den letzten Monaten grosse Fortschritte erzielt. Sie ist sehr spielintelligent, ballsicher und solide in der Verteidigung. Von der Persönlichkeit her ist sie für eine 17-Jährige besonders weit und hat sich auch schnell in die erste Mannschaft integriert.» Körperlich habe sie bereits einen Schritt vorwärts gemacht, aber: «Sie muss noch zulegen, um ihr Durchsetzungsvermögen im Zweikampf und die Wurfkraft weiter zu steigern. Ich bin überzeugt: Wenn sie gesund bleibt, wird aus ihr bald eine Schweizer Topspielerin. Den dazu nötigen Ehrgeiz bringt sie mit und der Weg stimmt.»

Joline Tschamper, die derzeit die Sportkantonsschule Alpenquai in Luzern besucht, würde gern Medizin studieren – oder aber mit Handball Geld verdienen. Ihr Traum ist es, «in einem Land, wo der Handball einen hohen Stellenwert geniesst, zu spielen und davon leben zu können». Derzeit backt Tschamper im LKZ noch kleinere Brötchen in einem Land, wo der (Frauen)Handball nicht zu den populärsten Sportarten zählt.

Auf internationalem Parkett hat sie bereits Erfahrung sammeln können. Sie gehört dem U20-Nationalkader an und bestritt vor zwei Jahren mit der U17-Equipe ihr grösstes Turnier bisher: «Die Europameisterschaft in Mazedonien war ein Highlight für mich – mein erster grosser Wettbewerb.» Auch der Master-Cup, das Nachwuchs-Nationalteam-Turnier, das Mitte Januar in Zug stattfand, war ein Erlebnis. «Ich spielte mit der U20 vor Heimpublikum, das war schon sehr speziell für mich. Da lief es mir eiskalt den Rücken hinunter und Nervosität machte sich bemerkbar».

Ein Fernziel von ihr ist auch ein Aufgebot für die A-Nationalmannschaft. «Mit guten Leistungen auf Clubebene und an der B-Europameisterschaft im Sommer mit der U20-Nationalmannschaft kann ich beste Werbung in eigener Sache machen.»

Wort um Meistertitel mitreden

Welche Ziele verfolgt Tschamper in der laufenden Saison mit dem LK Zug? «Mit dem SPL2-Team wollen wir so schnell wie möglich den Ligaerhalt bewerkstelligen. In der SPL1 streben wir den Schweizer-Meister-Titel an. Doch zunächst fokussieren wir uns auf die Finalrunde, in der wir uns für den Playoff-Final qualifizieren wollen.» Tschamper wird mit dem LKZ am kommenden Wochenende in die Finalrunde starten. Zu Beginn wartet auf den Zweitplatzierten der Hauptrunde der Vergleich mit dem Leader Brühl.

Spar Premium League 1

Rangliste vor der Finalrunde (alle 12 Partien): 1. Brühl 26 Punkte. 2. Zug 24. 3. Rotweiss Thun 19. 4. Spono Eagles 15. – Modus: Die Finalrunde umfasst zwölf Partien. Die Teams, die danach auf den Plätzen eins und zwei liegen, bestreiten den Playoff-Final (Best of 3).

SPL1Ein Blick auf die Tabelle zeigte vor dem letzten Aufeinandertreffen des LK Zug und Rotweiss Thun in der ersten Phase der Meisterschaft, wie bedeutungsvoll dieses Spiel für das Team von LKZ-Trainer Christoph Sahli (34) ist.

Mit Rotweiss Thun wartete ein direkter Verfolger im Kampf um Rang 2, sprich Einzug in den Playoff-Final. Und die Sahli-Equipe lieferte eine starke Vorstellung ab und holte im Berner Oberland zwei Big Points. Mit dem 31:24-Erfolg schloss der LKZ die SPL1-Qualifikation auf dem zweiten Rang ab. Die Bilanz: 12 Siege und 2 Niederlagen. Leader Brühl liegt mit 26 Punkten an der Tabellenspitze, Verfolger Rotweiss Thun liegt auf Rang 3 mit 19 Zählern.

Einen beträchtlichen Rückstand haben die Spono Eagles (15 Punkte). Erfreut über die bisherigen Auftritte zeigte sich LKZ-Präsident Michael Tremp (44). Er sagt: «Mit der Qualifikation bin ich sehr zufrieden. Wir stehen auf Rang 2 und haben gezeigt, dass wir mit der Elite mithalten können. Die Angriffsleistung, die Breite des Kaders und die Ausgeglichenheit im Team sind sicher unsere ganz grossen Stärken. Wir sind heiss auf die Finalrunde und hungrig auf den Meistertitel.» Enttäuscht zeigte sich Tremp dagegen über das Ausscheiden im Cup-Viertelfinal: «Das trübt unsere bisherigen Auftritte etwas.»

«Das trübt unsere bisherigen Auftritte etwas»

Michael Tremp über das Cup-Ausscheiden| Präsident LK  Zug Handball

Der LKZ startet mit einer Reserve von fünf Punkten auf Rotweiss Thun in die Finalrunde (Vierfachrunde; 12 Spiele; Punkte und Torverhältnis werden mitgenommen). «Wir müssen fokussiert bleiben und uns weiter steigern», sagt Sahli. Die Finalrunde beginnt am übernächsten Wochenende, weil am Freitag und Sonntag die Cup-Halbfinals ausgetragen werden. (mwy)

Rotweiss Thun – LK Zug 24:31 (10:18)

Lachen. – 275 Zuschauer. – SR Abalo, Maurer. – Strafen: je 3-mal 2 Minuten. – Zug: Ort (1)/ Betschart; Kaiser, Traber, Tschamper (1), Hasler-Petrig (2); Scherer (7/3), Cavallari (5), Pavic (6), Stutz (2), Javet (2), Kähr (2), Estermann (1), Hess (2). - SPL1 Rangliste-Top-4 (14 Runden). 1. Brühl 26. 2. Zug 24. 3. Rotweiss Thun 19. 4. Spono Eagles 15.

Martina Pavic - LKZNächstes Wochenende beginnt in der SPL 1 die Finalrunde und damit der Kampf um den Playoff-Final. Mitfavorit LK Zug setzt auf die Qualität und Routine eines ehemaligen Vollprofis.

 

«Sie kann Dinge, die andere nicht können. Sie erwischt Bälle, die andere nicht erwischen. Sie hat internationale Klasse.»

Sie, das ist Martina Pavic, die Kreisläuferin des LK Zug. Derjenige, der sie in den höchsten Tönen lobt, heisst Christoph Sahli und ist ihr Trainer. «Ihr Engagement ist als Statement an unser Team zu verstehen, dass unsere Ambitionen nicht nur aus Worten bestehen», erklärt er. Sahli will mit dem LKZ Titel gewinnen, daran liess er schon vor der Saison keine Zweifel offen. Im Cup scheiterte Zug im Viertelfinal an den Spono Eagles, dieser Pokal ist weg. Doch wenn am nächsten Samstag beim LC Brühl die Finalrunde beginnt und damit der Kampf um einen Platz im Playoff-Final fortgesetzt wird, rückt der Meistertitel ins Visier. Den will der aktuell zweitklassierte LKZ zum fünften Mal nach Zug holen.

«Meine Titel? Ich habe nicht mitgezählt»

Eine entscheidende Rolle soll dabei also Martina Pavic spielen. Seit dieser Saison spielt sie für den LK Zug, und bevor wir näher auf diesen Wechsel eingehen, lohnt sich ein Rückblick auf ihre bisherige Karriere. Pavic stammt aus der handballverrückten Stadt Bjelovar im Norden Kroatiens. «Meine Eltern, mein Bruder – bei uns haben alle Handball gespielt. Und ich wollte sowieso immer all das machen, was mein Bruder tat», erzählt sie mit einem Lächeln. Pavic spielte früh mit älteren Teamkolleginnen, wurde immer besser und zog die Aufmerksamkeit der Manager auf sich. «Mit 15 Jahren unterschrieb ich meinen ersten Profivertrag.»

Heute ist sie 30-jährig, nach den Anfängen in ihrer Heimat zog es sie ins Ausland. Pavic spielte in Norwegen, Serbien, Spanien und in der Türkei. Titel gewann sie reihenweise, wie viele es sind, weiss sie nicht mehr, «ich habe nicht mitgezählt, es ist einfach passiert». Zweimal stand sie im Final des international drittklassigen Challenge-Cups, einmal im Halbfinal des EHF-Cups. 80-mal lief sie für Kroatiens Nationalteam auf, der sechste Platz an der EM 2008 ist ihr bestes Ergebnis.

Neben den sportlichen Highlights lernte Martina Pavic auch die Schattenseiten eines Sportlerlebens fernab der Heimat kennen. «Ich war zwar in vielen Ländern, doch ich pendelte vor allem zwischen der Handballhalle und meiner Wohnung. Andere würden mein Leben wohl als langweilig umschreiben.» Viele Jahre habe sie ohne Familie gelebt, dafür aber viele Freunde kennen gelernt. «Es war hart. Und schön.»

Nicht vermissen wird sie mit Sicherheit die zuweilen austickenden Trainer, wie sie sagt. «Es gibt Typen, die schreien dich die ganze Zeit an und bestrafen dich.» Unschön in Erinnerung bleiben ihr auch die beiden Kreuzbandrisse, die Operationen nach sich zogen. «Ich bin eine beschädigte Spielerin, hatte immer wieder Verletzungen.» Doch das gehöre zum Job am Kreis eben dazu. «Es muss hart sein, ich mag es, zu kämpfen und einzustecken. Wenn ich einstecke, gebe ich noch mehr», erzählt sie und lachend fügt sie an: «Ich bin eher verrückt, während mein Bruder emotional ist. Wahrscheinlich sollte aus mir ein Mann und aus ihm eine Frau werden.»

Beim Fondue schwebt Martina Pavic im Himmel

Seit dieser Saison spielt sie nun also in der Schweiz und damit wieder in einem neuen Land, dem sechsten insgesamt. «Es war zu Beginn nicht einfach für mich. Die Schweizer sind wenig spontan, alles läuft nach dem Kalender. Ich musste mein Leben ändern», erzählt sie. Spätestens als sie Fondue und Raclette probiert habe, hätte sie sich als Käseliebhaberin aber wie im Himmel gefühlt, versichert sie.

Nicht mehr nur der harzige Handball ist jetzt Bestandteil ihres Berufsalltags, Martina Pavic arbeitet erstmals seit 15 Jahren auch neben dem Sport. In Zürich ist sie in einem Nagelstudio als Maniküre angestellt. «Das ist vielleicht überraschend, uns Handballerinnen kennt man vor allem in den Sportkleidern. Ich hatte schon immer eine Leidenschaft für Make-up und High Heels.»

Nächste Saison zurück ins Profileben?

Auf dem Platz gefällt ihr der Mix aus Engagement und Lockerheit. «Meine Teamkolleginnen in Zug betrachten Handball als Hobby, sie lachen und geniessen es. Das habe ich so nicht gekannt. Es hilft mir, nicht mehr so viel Druck auf mich selber auszuüben.» Gewinnen wolle sie aber nach wie vor, nach einer Niederlage könne sie nächtelang nicht gut schlafen. «Das soll sich auch nicht ändern. So habe ich mit dem Handball begonnen und so will ich dereinst auch aufhören.» Die Titelambitionen des LK Zug entsprächen deshalb voll und ganz ihren eigenen Ansprüchen, betont sie. «Schliesslich habe ich bisher, ausser bei meinen kurzen Engagements in Norwegen und Spanien, stets den Titel gewonnen. In Zug wird nicht nur ein bisschen trainiert, hier hat man Ziele.»

Wie es nächste Saison weitergehen soll, weiss Martina Pavic indes noch nicht, ihr Vertrag beim LKZ läuft aus. «Alle Optionen sind offen», sagt sie – auch eine Rückkehr in das Leben als Vollprofi ist möglich. «Ich bin im besten Handballalter. Zu lernen gibt es nichts mehr, jetzt bringe ich nur noch meine Erfahrung und mein Können auf den Platz.»

Am Samstag trifft das SPL1-Team des LK Zug auswärts auf den DHB Rotweiss Thun. Um 18.00 Uhr kommt es dann, nicht wie gewohnt in der Gotthelfhalle, sondern in der Thuner Lachenhalle im Rahmen des Thuner Handballtages zum Spiel zwischen dem aktuell Dritten und dem Zweiten der höchsten Schweizer Frauenhandballliga. Beim in dieser Saison einzigen Aufeinandertreffen der beiden Teams in der Zuger Sporthalle Ende Oktober konnte der LKZ das Spiel mit 31:28 für sich entscheiden. Für den LK Zug bietet das abschliessende Spiel der Hauptrunde die Chance, die Differenz zwischen dem zweiten und dritten Platz um zwei Punkte auf deren fünf zu erhöhen. Zudem dient das Spiel als Standortbestimmung vor der zwei Wochen später beginnenden Finalrunde. Vor dem Spiel kommen die Zuschauer in der Thuner Lachenhalle bereits um 15.45 Uhr in den Genuss eines Testspiels zwischen Wacker Thun und dem Deutschen Bundesligisten TVB 1898 Stuttgart. Eine gute Gelegenheit also, den LKZ auch in Thun zu unterstützen.

schweissband insta post 500x500Mehr Respekt und Fairness gegenüber Schiedsrichterinnen und Schiedsrichtern – dafür setzen sich die vier grössten Schweizer Hallensportverbände mit der gemeinsamen «Week of the Referee» ein.

Die «Week of the Referee» findet 2019 zum vierten Mal in Folge statt. Mit dem Slogan «Respect Referee» und grünen Schweissbändern wird die Tätigkeit der Unparteiischen während einer ganzen Woche in den Mittelpunkt gestellt. Die Sensibilisierungskampagne ist seit der Saison 2014/15 ein gemeinsames Projekt von Swiss Basketball, Swiss Volleyball, Swiss Unihockey, dem Schweizerischen Handball-Verband und «cool and clean», dem Präventionsprogramm von Swiss Olympic.

Die Regeln im Sport ermöglichen faire Wettkämpfe. Die Schiedsrichter sorgen dafür, dass diese Regeln eingehalten werden. Sie sind unparteiisch und treffen ihre Entscheide ohne persönliche Betroffenheit. Die meisten Schiedsrichterinnen und Schiedsrichter üben ihre Aufgabe ausserdem ehrenamtlich aus. Der Handschlag mit dem «Schiri» nach dem Spiel sollte deshalb selbstverständlich sein.

Als Basis für das Verhalten gegenüber Schiedsrichterinnen und Schiedsrichtern dienen vier Grundsätze.

RESPECT REFEREE heisst …

1) … dass auch der Schiedsrichter Fehler machen darf. Er ist nur ein Mensch und muss innerhalb von Sekundenbruchteilen entscheiden.
2) … dass wir bei umstrittenen Situationen ruhig bleiben und uns aufs Spiel konzentrieren. Ändern können wir sowieso nichts mehr.
3) … dass wir Entscheide des Schiedsrichters nicht kritisieren oder kommentieren. Nur unser Captain spricht während des Spiels mit ihm.
4) … dass sich alle Spieler nach dem Schlusspfiff beim Schiedsrichter bedanken. Er liebt den Sport genauso wie wir und macht seine Arbeit oft ehrenamtlich.

Hilft mit, die «Week of the Referee 2019» zu einem Erfolg zu machen!

Am Sonntagnachmittag traf die SPL1-Equipe des LK Zug auswärts auf Yellow Winterthur.

Die Winterthurerinnen hatten ihre letzten Heimspiele gewonnen und konnten so den verpatzen Saisonstart etwas korrigieren. Im ersten Aufeinandertreffen resultierte in Zug ein deutlicher 40:19 Heimsieg. Der LKZ ging konzentriert in die Partie und konnte bereits nach wenigen Minuten vorlegen. Nach den ersten zehn Minuten machte sich dann aber eine Nonchalance im Zuger Spiel bemerkbar. Yellow Winterthur roch den Braten, kam nun zu einfachen Toren und legte bis zur Pause mit zwei Toren vor (13:11).

Was auch immer anschliessend in den Katakomben der Eulachhalle vor sich ging, zeigte auf Zuger Seiten Wirkung: der LKZ ging nun konzentrierter zu Werke, erzielte Tore nach schön gespielten Kombinationen und lag Zwischenzeitlich mit fünf Toren in Führung. In der Schlussphase versuchte es Yellow Winterthur mit der 7. Feldspielerin und dies verfehlte seine Wirkung zumindest teilweise nicht. Dies lag aber vor allem daran, dass die Zugerinnen unnötigerweise wieder einen Gang zurück schalteten und beste Torchancen, sowie Würfe auf das leere Tor, nicht verwerten konnten. Bereits vier Minuten vor Ende der Partie stand es 25:25 und es sollten dann die Zugerinnen sein, die jubeln konnten. Martina Pavic gelang mit dem 25:26 der letzte Treffer der Partie rund 20 Sekunden vor Schluss und die Zeit reichte für Yellow Winterthur nicht mehr, um ein weiteres Tor zu erzielen.

Die Zuger Leistung an diesem Nachmittag, und der neutrale Zuschauer könnte durchaus von einer Spur Überheblichkeit sprechen, war schlichtweg dürftig. Doch auch solche Spiele gilt es zu gewinnen, entgleiste Zug doch gerade in den letzten zwei Jahren in ähnlichen Situationen in Winterthur und verlor diese Partien jeweils. Am kommenden Samstag hat der LKZ nun die Chance mit einem Sieg auswärts gegen Rotweiss Thun, einen Fünf-Punkte-Vorsprung auf Platz drei zu erspielen. Dieses Spiel zum Ende der Hauptrunde ist somit gleich beste Gelegenheit, um für die verkorkste Partie in Winterthur Wiedergutmachung zu betreiben.